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Amalgan


Die Amalgamfüllung

Die gesündeste Zahnfüllung ist: Gar keine! Wer Wert auf "Bioverträglichkeit" legt, sollte deshalb darauf achten, dass die Zähne sauber und gesund bleiben. Jede notwendig werdende Füllung besteht aus körperfremdem Stoff und ist deshalb immer nur zweite Wahl im Vergleich zum Originalzahn. Trotzdem besteht kein Anlass zur Sorge: Die heute verwendeten Zahnfüllungs-Werkstoffe sind alle auf gute Verträglichkeit getestet und in unterschiedlichsten Einsatzgebieten erfolgreich. Nicht zu vergessen: Auch Zahnärzte haben hin und wieder ein Loch im Zahn und keinerlei bessere Auswahl unter den Füllmaterialien als ihre Patienten auch! Der Füllwerkstoff mit dem umfassendsten Einsatzspektrum von allen ist dabei immer noch unbestritten das Amalgam.


Amalgam - was ist das Besondere?

Amalgam ist eine Mischung unterschiedlicher Metalle, heutzutage auf der Basis von Silber. Um in den Zahn gefüllt werden zu können, muss die Metallmischung formbar sein - deshalb wird zu der in Pulverform abgefüllten Silber-Metallmischung metallisches Quecksilber zugegeben und zwar im Verhältnis von 50:50. Bei der Mischung verbinden sich die Quecksilber-Teilchen mit dem Legierungspulver, dabei härtet die Mischung. Aber nicht alle Teilchen im Legierungspulver finden einen Quecksilber-Partner, das hat zwei Vorteile: Die übrig gebliebenen feinsten Körnchen aus der Metallmischung machen die Füllung noch fester und stabiler, und: Weil noch viele "Andockstellen" frei und verfügbar sind, gibt es bei der Amalgamfüllung auch keinen Quecksilber-Überschuss, der sich "irgendwie" verflüchtigt. Zuallererst würde sich das Quecksilber an die freien Bestandteile "binden" . Das Amalgam, diese Kombination aus anfangs formbarer Silberpulver/Quecksilber-Mischung passt sich genau in das "Zahnloch" ein, das beim Ausbohren der Karies entstanden ist, und füllt es dicht auf.

Amalgam hat gegenüber den anderen plastischen Füllmaterialien einen entscheidenden Vorteil: Mit Amalgam kann man eben nicht nur solche Löcher füllen, die wie ein Krater im Zahn liegen, also rundum einen Rand aus Zahnmaterial haben - das können Komposits ("Kunststoff-Füllungen") auch. Mit einer Amalgamfüllung kann man dagegen sogar dann Defekte am Zahn ausgleichen, wenn auch Zahn-Seitenwände zerstört sind: Die Amalgamfüllung ist stabil genug, selbst in diesen schwierigen Bereichen allen Anforderungen standzuhalten. Es gibt also kaum ein "Loch" im Zahn, das nicht mit Amalgam preiswert, gut und haltbar gefüllt werden könnte!


Seit 150 Jahren in Gebrauch

Seit ca. 150 Jahren arbeiten Zahnmediziner mit Amalgam. Und genau so lang dauert auch die Diskussion um dieses Füllmaterial. Wissenschaftler in aller Welt haben sich früher und heute mit diesem Füllstoff beschäftigt, weil immer wieder Sorgen aufkamen, ob die Metallmischung wirklich langfristig gut verträglich ist. Das Material wurde laufend weiter verbessert und gilt in Fachkreisen als der bestuntersuchte zahnärztliche Werkstoff überhaupt. Ein Plus, das nicht alle modernen Materialien vorweisen können, die als Amalgam-Alternativen gehandelt werden.


Amalgam - Verarbeitung und Vorteile

Unstrittig ist, dass Amalgam sehr leicht zu verarbeiten ist, wenn ein Kariesdefekt gefüllt werden muss. Was nicht heißt, dass nicht eine Menge Sorgfalt nötig ist: Eine gute Amalgamfüllung braucht ihre Zeit! Nach dem Aufbohren des Zahnes an der Kariesstelle und Entfernung der zerstörten Zahnsubstanz wird zuerst eine Unterfüllung gelegt: Sie dichtet im Zahn das Zahnmark ("Pulpa") gegen die Amalgam-Füllung ab. Danach füllt der Zahnarzt den Füllstoff ein, verdichtet ihn und modelliert (beim Backenzahn) die Kaufläche. Nach Aushärtung wird die Amalgamoberfläche poliert. Eine solche Amalgamfüllung hat eine lange Lebensdauer: 8 bis 10 und mehr Jahre sind keine Seltenheit! Damit übertrifft die Amalgamfüllung - vorausgesetzt, die Zähne werden gepflegt und es entsteht keine neue Karies - die Funktionstüchtigkeit vieler anderer Füllungsmaterialien.

Auch ein wichtiger Aspekt: Diese Füllung ist nicht nur sehr haltbar, sondern auch sehr preiswert. Der Patient muss nichts zuzahlen, und für seine Krankenkasse entstehen relativ geringe Kosten von 25 bis 40 Euro, je nach Größe der Füllung. Kein Wunder also, wenn die Krankenkassen die Amalgamfüllung als Norm betrachten und bei anderen Zahnfüllungen nicht mehr als die Kosten für eine vergleichbare Amalgamfüllung dazu bezahlen.


Amalgam - die Nachteile

Bei allen Vorteilen: Es gibt auch Nachteile. Am augenfälligsten ist der metallische, graue Farbton. Das war früher kein Problem, aber inzwischen spielt Ästhetik eine wachsende Rolle. "Zubeißen können" reicht nicht mehr - die Zähne sollen auch schön und gesund aussehen. Und da stört beim Lachen und Sprechen die Amalgamfüllung als dunkler Fleck mitten im Weiß der umgebenden gesunden Zähne. Für viele Patienten ist das Grund genug, auf Amalgam zu verzichten. Ein Bedürfnis, dem die Zahnärzte heute in den meisten Fällen entsprechen können - die Auswahl an Füllmaterialien und -methoden ist inzwischen sehr groß.

Ein Nachteil, der eher emotionale als wissenschaftliche Aspekte hat: Amalgam ist in Verruf gekommen. Immer wieder sind kritische Beurteilungen zu hören und zu lesen, in denen Bedenken geäußert wurden, ob Amalgam nicht vielleicht doch bedenkliche Folgen für den Organismus haben könnte. Naturheilkundlich interessierte Patienten, aber auch einige gleichgesinnte Zahnärzte lehnen Amalgam "vorsichtshalber" ab.


Ja oder Nein - wer hilft bei der Entscheidung?

Ob eine Amalgamfüllung gelegt wird oder nicht, ist heute oft keine medizinisch begründete Frage mehr, sondern eher eine weltanschauliche. Wer der Naturwissenschaft misstraut, misstraut auch dem Amalgam. Einen eindeutigen Beweis, ob ein Stoff schädliche Nebenwirkungen hat oder nicht - unumstößlich und durch nichts erschütterbar - kann weder die Naturwissenschaft noch die Naturheilkunde liefern. Was für den einen Menschen gilt, muss für den anderen noch lange nicht stimmen. Jeder Mensch ist ein Individuum aus vielfältigen genetischen Vorgaben und äußeren Einflüssen - eine eindeutige Aussage, was für alle zusammen "das Beste" ist, kann die Medizin deshalb nicht bieten. Während der eine auf Natur schwört, reagiert der andere auf die gleichen Stoffe mit einer schweren Allergie. Die Medizin, das darf man nie vergessen, macht nur Angebote - deshalb muss auch beim Amalgam jeder für sich selbst abwägen, welchen Argumenten und Fakten er mehr Glauben schenkt und von wem er sich bei seiner Entscheidung beraten lässt.

Unsere Empfehlung ist: Am besten verlassen Sie sich auf Ihren Zahnarzt. Ihn kennen Sie oft schon über viele Jahre hinweg, Sie vertrauen ihm und fühlen sich bei ihm in sicheren Händen. Er kennt auch seine Patienten und wird deshalb die Behandlungsweise vorschlagen, die für Sie die beste ist.


Plädoyer für die Wahrscheinlichkeit

Die zahnärztlichen Berufsorganisationen, aber auch die zuständigen Behörden, z.B. das Bundesgesundheitsministerium, stützen sich in ihrer Beurteilung des Füllwerkstoffes Amalgam auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen nationalen und internationalen Forschung. Die in Deutschland zuständige wissenschaftliche Fachgesellschaft der Zahnmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, (DGZMK) betont: Es besteht kein Grund, auf Amalgam wegen seiner angeblichen gesundheitlichen Schäden für den Organismus zu verzichten. Wer trotzdem kein Amalgam will, kann auf Alternativen zurückgreifen - darf aber eines nicht vergessen: Auch diese Alternativen haben Vor- und Nachteile und können gesundheitliche Risiken aufweisen.


Fakten gegen Ideologie

Nicht nur die Patienten, sondern auch Zahnärzte "nervt" die oft laute, unsachliche und auf Effekt zielende Diskussion vieler (vor allem nichtmedizinischer bzw. -zahnärztlicher) Amalgam-Gegner. Ein paar Punkte unter der Überschrift "Vernunft", die bei den Diskussionen nicht vergessen oder verdrängt werden dürfen:

  • Seit ca. 150 Jahren wird Amalgam in der Zahnheilkunde eingesetzt. Wäre Amalgam wirklich so schädlich wie nachgesagt, müssten Generationen vor der heutigen erkennbar kränker gewesen sein als sie es nachweislich waren. Dabei sind die früher verwendeten Amalgame weniger "sicher" gewesen als die heute verwendeten.
  • Läge tatsächlich ein eindeutiger Verdacht vor, dass Amalgam schädliche Wirkungen hat, kann man davon ausgehen, dass die Behörden in aller Welt gerade in den heutigen hochsensibilisierten Gesellschaften dieses Material längst aus dem Verkehr gezogen hätten. In Schweden wurde zwar das Amalgam aus dem Verkehr gezogen, aber aus anderen Gründen. Quecksilberverbindungen werden und wurden dort zur Konservierung des Holzes im Übermaß verwendet. Das führte zu einem generellen Verbot des Einsatzes von Quecksilberverbindungen, also auch des Amalgams.
  • Zahnärzte sind beim Legen von Amalgamfüllungen einer Belastung mit Quecksilberdämpfen in hohem Maße ausgesetzt: Solange das Quecksilber noch "flüssig" und nicht an die Teilchen im Silber-Metallpulver gebunden ist, entweichen Quecksilber-Spuren in Dämpfen. Diese Spuren gelangen in den Organismus. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass selbst nach jahrelanger Tätigkeit Zahnärzte und ihr Personal nicht mehr Gesundheitsschäden oder Befindlichkeitsstörungen haben als die Normalbevölkerung auch.
  • Da kein Medikament ohne Nebenwirkungen ist, geht es bei der Behandlung von Krankheiten immer um das Abwägen von Nutzen und Risiken. Das ist in der Zahnheilkunde nicht anders. Ärzte, Zahnärzte und Apotheker in aller Welt handeln bei der Anwendung von Medikamenten nach dem Grundsatz des berühmten Arztes und Forschers Paracelsus: "Allein die Dosis macht das Gift". Was in geringer Dosis helfen kann, kann in großer Dosis schaden - das gilt im Prinzip für alle Stoffe, auch die natürlichen.




Ein paar Anmerkungen zu Quecksilber

Quecksilber - das ist zweifellos bei den Amalgam-Diskussionen der Stein des Anstoßes. Die meisten Menschen kennen Quecksilber als flüssiges Metall, früher verwendet in Fieberthermometern, bei der Herstellung von Spiegeln und auch bestimmten Medikamenten. Als flüssiges Metall ist Quecksilber relativ ungiftig. (Das Problem ist der aus flüssigem Quecksilber freigesetzte Quecksilberdampf.) Quecksilber wird aber in der metallischen Form, wie es beim Amalgam verwendet wird, vom menschlichen Organismus praktisch nicht aufgenommen und über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden. Allerdings kommt Quecksilber auch in Verbindungen vor, also nicht "pur". Die problematischste Variante ist organisches Quecksilber. In dieser Form gelangt Quecksilber in die Nahrungskette, vornehmlich über den Fischkonsum, Thunfisch beispielsweise hat einen sehr hohen Anteil an organischem Quecksilber. Dieses organische Quecksilber wird (wie die Dämpfe, die metallisches Quecksilber "ausdünstet") vom Organismus aufgenommen. Dennoch besteht für den Menschen auch bei hohem Fischkonsum keine Gefahr, wie zahlreiche Untersuchungen aus Japan und Skandinavien (Nationen mit traditionell viel Fisch auf dem Speiseplan) beweisen. Auch das Einatmen von Quecksilberdämpfen hat bei Berufsgruppen, die intensiv mit Quecksilber arbeiten (z.B. Spiegel-Industrie) nicht zu Erkrankungen geführt, die irgendwelche Besonderheiten im Vergleich zur Normalbevölkerung zeigen.


Wann wird Quecksilber aus Amalgam freigesetzt?

In bestimmten Phasen der Behandlung wird Quecksilber freigesetzt, und zwar einerseits, wenn eine frische Amalgamfüllung gelegt wird, und andererseits, wenn eine alte herausgenommen bzw. herausgebohrt wird. In diesen Phasen kommen Quecksilber-Ionen mit dem Speichel in den Magen-Darm-Trakt bzw. über die Atemluft in die Lunge und gelangen so in die Blutbahn. Es gibt aber keine wissenschaftliche Studie, die einen Zusammenhang zwischen Amalgam und der Entstehung von Krankheitssymptomen belegt.


Gesundheitsschäden: Fakten, Sorgen und Meinungen

Fakt ist, dass der Körper in bestimmten Organen (Niere, Gehirn) nachweislich Quecksilber einlagert - welcher Herkunft auch immer. Fakt ist auch, dass Menschen mit Amalgamfüllungen einen höheren Quecksilbergehalt im Körper haben als Menschen ohne Amalgamfüllung. Die Frage ist: Hat das für die Gesundheit und das Wohlbefinden aber auch tatsächlich eine Bedeutung? Fakt ist auch, dass es Menschen gibt, die durch Amalgam krank geworden sind. Das waren und sind jedoch allergische Reaktionen, wie sie bei entsprechender Veranlagung auf jeden in der Natur vorkommenden Stoff (Amalgam ist, zur Erinnerung, eine Mischung natürlich vorkommender Metalle) eintreten können. Derartige Amalgam-Allergien sind allerdings höchst selten. Zu bedenken ist, dass Allergien gegenüber Kunststoffen aus Füllungen wesentlich häufiger sind.

Der immer wieder geführte öffentliche Streit setzt aber nicht hier, sondern an anderen Punkten an. Amalgamgegner bringen eine ganze Reihe von Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen mit Quecksilber in Verbindung, die zunächst nichts mit diesem Stoff zu tun haben. Die Liste der dem Amalgam zugeschriebenen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen ist fast unübersichtlich lang und beinhaltet vor allem chronisch verlaufende Erkrankungen. Viele solcher Patienten haben auf der Suche nach den Ursachen ihrer oft über Jahre gehenden Leiden schon erfolglos mehrere Ärzte aufgesucht, was ihre Verzweiflung nachvollziehbar macht. Die Ursachen, die Auslöser für derartige Erkrankungen sein können, sind leider ebenso unüberschaubar wie die dem Amalgam zugeschriebenen Nebenwirkungen. Zu den seit vielen Jahren immer wieder dem Amalgam zugeschriebenen Folgen gehören beispielsweise Depressionen, Konzentrationsschwächen, ständige Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Hypernervosität, Krebserkrankungen, sogar Multiple Sklerose oder auch Alzheimer. Also alles Erkrankungen, deren Ursachen nicht bekannt oder sehr vielfältig sein können - was natürlich Spielraum für unterschiedliche "Spekulationen" liefert. Amalgamgegner argumentieren, dass die Quecksilbervergiftung langsam wirkt und als Zellgift vor allem den für den Organismus so wichtigen Enzym-Haushalt zerstört. Wenn es um die Ursachenfindung bei den genannten Krankheiten und Beschwerden geht, wird aber nicht nur das Amalgam als Ursache betrachtet: So gibt es auch Gruppen, die für die gleichen Krankheiten und Beschwerden z.B. Infektionen, Erdstrahlen, Nahrungsunverträglichkeiten, genetische Schäden oder zuviel seelische Belastung als Ursache annehmen.


Naturwissenschaftler: Zusammenhänge gesucht, aber nicht gefunden

Naturwissenschaftler beobachten und verfolgen Abläufe im Körper und damit auch Veränderungen, die irgendwelche Stoffe oder Situationen auslösen. Sie haben bei nüchterner Beurteilung der Fakten, wie geringe Mengen Quecksilber im Körper wirken, keine Zusammenhänge mit den von Amalgamgegnern aufgezeichneten Nebenwirkungen gefunden und verweisen sie auf die Ebene der Spekulation. Anerkannt ist bisher nur die nachweisliche allergische Reaktion, die aber auf alle Füllungsmaterialien zutrifft.

An zwei großen Unglücken konnten die Wissenschaftler sehr gut die Wirkungsweise und die Erkrankungsformen einer Quecksilbervergiftung erforschen:

  • In der japanischen Hafenstadt Minnamata wurden aus umliegenden quecksilberverarbeitenden Fabriken enorme Mengen dieses Metalls in das Meer abgelassen. Über hochvergiftete Fische gelangte das Quecksilber in die Nahrungskette und damit in den menschlichen Organismus.
  • Im Irak gelangten große Mengen von mit Quecksilber gebeiztem Getreidesaatgutes in den Handel und wurde zu Brot und Broterzeugnissen verarbeitet.



In beiden Fällen waren Tausende von Menschen einer hohen Dosis Quecksilber ausgesetzt. Viele Menschen sind sogar gestorben. Die Folgen dieser Unglücke wurden intensiv untersucht; deswegen kennt die Medizin durchaus die verschiedenen Stufen und die Auswirkungen einer Erkrankung bzw. Vergiftung durch Quecksilber.

Nicht nachgewiesen ist auch die Erkrankung durch "langsame, schleichende Wirkung" von Quecksilber. Auch hier haben die Wissenschaftler Vergleichspersonen: Menschen, die beruflich intensiven Kontakt mit diesem Stoff haben - dazu gehören auch Zahnärzte, Zahnärztinnen und ihre Mitarbeiter/innen - sind im Hinblick auf die vermuteten Nebenwirkungen eindeutig nicht irgendwie auffälliger als andere Menschen. Dass es Empfehlungen gibt, in bestimmten Fällen – z.B. während der Schwangerschaft – zeitweilig von einer Amalgamfüllung abzusehen, hat in erster Linie nichts mit einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Amalgam zu tun. Im Falle einer Schwangerschaft sollen prinzipiell Zahnbehandlungen auf das allernötigste Maß beschränkt werden, um das werdende Leben z.B. durch Anästhesiemaßnahmen nicht unnötig zu belasten. Die Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom "vorbeugenden Gesundheitsschutz". Bisher ist jedenfalls keine negative Auswirkung des Amalgams auf die Empfängnisfähigkeit von Frauen und auf die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes oder des Neugeborenen nachgewiesen.


"Amalgamsanierung" statt ausgiebiger Ursachensuche

Es ist verständlich, dass Menschen, die unter Beeinträchtigung ihrer Gesundheit leiden, jede mögliche Chance zur Heilung ergreifen wollen. Nicht ganz der medizinischen Ethik entsprechend verhalten sich allerdings Ärzte, die ohne nachgewiesene Zusammenhänge zur Entfernung intakter Füllungen raten und sich weiterer oft langwieriger Diagnostik, wo die wahren Ursachen der Übel liegen, verschließen. Die Therapieempfehlung gleicht oft einem Heilversprechen - und kann das, wie viele Fälle von Patientenbeschwerden zeigen, nicht halten. Das Amalgam ist raus - aber nach kurzer Zeit treten die Beschwerden erneut auf.


"Amalgamsanierung" statt ausgiebiger Ursachensuche

Selbst wenn gesundheitliche Beschwerden in manchen Fällen nach Austausch der Amalgamfüllung verschwunden bleiben, kann das lediglich ein Beleg dafür sein, dass psychosomatische Störungen vorliegen: Besonders ständige Kopfschmerzen, Magenprobleme, Nervosität, Depressionen und allgemeine Unlust gehen in den meisten Fällen auf psychisch überlagerte Probleme zurück, die nicht "verarbeitet" werden. Die empfundenen Beschwerden sind dabei ganz real und keine Einbildung, die Ursachen aber nicht körperlich, sondern seelisch bedingt. Weil der seelische Leidensdruck nicht nachlässt und der Körper kein anderes Ventil für den "Überdruck" findet, antwortet er mit körperlich spürbaren Reaktionen - sie sollen ein Signal sein, den belastenden Überdruck abzubauen.

Die wichtige Rolle der Seele bei den dem Amalgam zugeschriebenen Beeinträchtigungen hat auch die Deutsche Gesellschaft für Psychologie auf ihrer Jahrestagung 1998 in Dresden untermauert: Gleich mehrere Untersuchungen bestätigten die bei vieler ärztlicher Diagnostik oft "vergessene" Rolle der Psychosomatik. Mit den Ergebnissen stehen die Psychologen nicht allein - sie decken sich mit den Erkenntnissen zweier sogenannter "Amalgam-Untersuchungsstellen" an den Universitäten Münster und Erlangen-Nürnberg: Dort wirken mehrere Fachrichtungen interdisziplinär zusammen und untersuchen Patienten, die freiwillig dort vorsprechen und Antworten suchen, auf Herz und Nieren.

Das Verständnis für psychosomatische Zusammenhänge wächst bei Ärzten und Zahnärzten. An dem Thema kommt inzwischen auch kein Therapeut mehr vorbei, denn in unserer heutigen Zeit gibt es sehr viele Menschen, die erkennbar unter solchen typischen Befindlichkeitsstörungen bzw. psychosomatisch bedingten Erkrankungen leiden. Die Ursache der lästigen, schmerzhaften, störenden Symptome ist nicht das Amalgam oder das Nahrungsmittel oder die Belastung durch Umweltstrahlen, sondern in der Regel sind es die speziellen Lebensumstände. Sowohl mit der Diagnose als auch mit Therapieempfehlungen tun sich manche Ärzte und auch Zahnärzte schwer: Sie spüren, dass sie auf Unverständnis stoßen.

Erfreulicherweise wächst aber auch bei der Bevölkerung das Verständnis für die Einheit von Körper und Seele und die Folgen von Belastungen, die zu Störungen des aufeinander abgestimmten Systems führen. So wie man für eine aus dem Lot geratene körperliche Gesundheitsstörung Hilfe braucht (z.B. Medikamente gegen Bakterien), so braucht der Mensch auch in solchen Fällen erfahrene Hilfe, wenn seine Seele die Summe der tatsächlichen oder gefühlten Belastungen und Kränkungen nicht mehr erträgt. Manche solcher Belastungen sind auch im Mund, z.B. an den Zähnen erkennbar: Um das Leben zu meistern, werden "die Zähne zusammengebissen" und zeigen regelrechte Schleifspuren. Solche psychosomatischen Munderkrankungen (dazu gehört z.B. auch nächtliches Knirschen) bezeichnet man als "Fehlfunktionen" oder "Parafunktionen".

Ehe man funktionstüchtige Amalgamfüllungen ersetzen lässt, sollte deshalb eine umfangreiche Untersuchung erfolgt sein, die andere Ursachen ausschließt.

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